Ruhe im Kopf

Möchtest Du mehr Ruhe im Kopf?

Da ist doch eine meiner größten Errungenschaften, wie ich meinen ständig plappernden Geist in den Griff bekommen und mehr Ruhe im Kopf gefunden habe. Und dann sehe ich, dass ich noch keinen Artikel darüber geschrieben habe. Das will ich heute ändern.

Denn ich habe zwar hier schon über den inneren Kritiker gesprochen. Jedoch was ist denn eigentlich, wenn ich mein Gedankenkarussell so gar nicht angehalten bekomme? Und wenn das, was da durch den Kopf schwirrt, auch noch unangenehm, nervig oder sogar selbstverletztend ist?

Die Basis

Dann sage ich als erstes: das geht total vielen so. Ich hatte das, viele, die ich kenne hatten das… ich denke inzwischen sogar, dass das heutzutage eine der größten Dinge ist im Leben: wie werde ich die Herrscherin meiner eigenen Gedanken?

Es gibt da sehr weise Worte von Osho, der sagt, dass eigentlich das Herz der Meister ist und der Verstand der Diener – und doch ist es bei so vielen ganz andersherum.

Wir messen unseren Gedanken extrem viel Bedeutung zu. Ich glaube, einer der wichtigsten Sätze, die man mir gesagt hat: glaube nicht alles, was Du denkst, denn der Geist lügt auch manchmal. Zum Schutz. Ich muss dazu sagen, ja, das stimmt sogar. Mir hat das sehr geholfen, von einigen Gedanken Abstand zu gewinnen, und darum geht es ja auch: den Tumult im Kopf in den Griff bekommen.

Was meine ich mit „Kopfkino“?

Setzen wir uns einfach mal hin und schließen für ein paar Minuten die Augen. Konzentrieren wir uns einfach mal auf uns selber, auf unseren Atem, darauf, wie wir sitzen, was wir hören, fühlen.

Ich hänge hier am besten einmal eine Meditation an, die ich gleich noch dazu aufnehmen werde.

Und dann, in diesen Minuten der Ruhe, was passiert dann? „Es“ fängt in uns wieder an zu plappern. Haben wir alles eingekauft? Ach, ich muss noch saubermachen, fegen. Ich wollte eigentlich Wäschewaschen. Habe ich daran gedacht, meine Mutter anzurufen? Und so weiter und so fort…

Moment! Wir sitzen doch gerade da und kommen zur Ruhe?!

Genau, plapper, plapper, plapper.

Hey, das ist normal! Wir können dann immer wieder zur Präsenz zurückkommen, uns auf den Atem konzentrieren, aber ja, das Gedankenkarussell geht IMMER weiter.

Das ist ja erst einmal noch nichts soooo Nerviges.

Gehen wir noch einen Schritt weiter.

Wir liegen abends im Bett, lesen noch ein wenig, machen das Licht aus… unser Kopf sinkt ins Kissen, wir fühlen uns schläfrig… und plötzlich taucht ein Gedanke auf: ich habe vergessen, die Überweisung zu tätigen. Ohje, das geht bestimmt schief. Und schon beginnt eine Geschichte im Kopf, wie alles nur schiefgehen kann. Und dann kommt eventuell Panik oder Angst. Sowie obendrauf unser Versuch, dieses Gedankenkino abzustellen, weil wir dringend schlafen müssen – was dann natürlich noch viel weniger klappt.

Oder noch eine Situation.

Wir überlegen, loszufahren in einen Laden. Und eine Stimme dann: ach, bestimmt hat der zu oder ist ausgebucht oder irgendein anderes Schreckenszenario. Worauf ich hinaus will: wir produzieren am laufenden Band Geschichten im Kopf.

Wenn wir darauf reagieren und urteilen, fühlen wir uns dann auch so richtig angespannt.

Und eventuell setzen wir noch einen obendrauf, weil wir uns mentale Techniken aneignen, um positiv zu denken. Das habe ich zumindest gemacht. Ich war es so leid, immerzu Sorgen im Kopf zu haben, dass ich dann mit Affirmationen und all sowas angefangen habe. Leider wurde es da bei mir noch schlimmer, denn das Ganze war eher zwanghaft und mit zu viel Druck.

Nur kurz dazu: wenn Angst oder irgendetwas Anderes zu uns kommt, dann ist es meiner Erfahrung nach eher abträglich, dann direkt positiv sein zu wollen. Es gibt Dinge im Leben, die wollen gefühlt und gelebt werden, bevor eine Änderung möglich ist.

Die nächsten Schritte, um Ruhe zu finden

Und nun? Was können wir da jetzt machen?

Zuallererst drei Dinge: ja, wir können da etwas machen. Ja, es erfordert etwas Einsatz. Und ja, wir müssen da eine Entscheidung treffen – für uns.

Doch alles der Reihe nach. Ich werde Dir mitteilen, was ich gemacht habe und welche Empfehlungen ich Dir da geben kann:

  • Eine Entscheidung für uns
  • Der Beobachter
  • Meditieren
  • Eine Achtsamkeitsübung von mir
  • Hilfe von außen
  • Sich selber zuhören
  • Üben, üben, üben

 

Die Entscheidung für uns

Vor ca. 17 Jahren, mit Mitte 20, habe ich es ganz bewusst gedacht: mein Ziel in meinem Leben ist, meinen wahren Kern zu suchen, wiederzuentdecken und dann zu leben. Das ist der Motor meines Lebens. Wahrscheinlich hat das auch schon eher angefangen, denn ich bin schon fast Jahrzehnten stark an bewusstseinserweiternden Themen interessiert.

Das ist mein Einsatz, die Entscheidung habe ich getroffen. Von der rücke ich nicht ab.

Wie sieht es mit Dir aus? Hast Du schon eine Entscheidung getroffen über Deine Motivation – und wenn ja, welche? Welcher Gedanke kommt hoch, während Du das liest?

Ich empfehle Dir, das, was jetzt bei Dir hochkommt, zu notieren. Nicht lang überlegen, sondern einfach aufschreiben.

 

Der Beobachter

Ein zweiter, guter Schritt dabei ist, sich mit dem Thema „wer denkt da eigentlich in mir?“ zu beschäftigen. Normalerweise ist es nämlich so, dass wir eine sehr starke Identifikation mit unseren Gedanken haben. Natürlich, wenn wir etwas denken, dann bekommen wir das von außen oft auch bestätigt.

Dahinter versteckt sich ein Universumsgesetz – das Gesetz der Anziehung – in dem Sinne: das, was ich aussende, erhalte ich. Das ist ein sehr machtvolles Instrument, das wir zumeist sehr stark unterschätzen.

Doch das soll jetzt gar nicht das Thema sein. Sondern es geht darum, zu erkunden und zu erkennen, wie es uns denkt. Dafür sollten wir einen kleinen Ausflug in uns selber machen. Ich habe das besonders gut kennengelernt in einer Frauengruppe, die wir immer mit einer Achtsamkeitsmeditation begonnen haben.

Zu Dir kommen, zur Ruhe finden

Dafür setzt Du Dich hin – auf ein Yogakissen, das Sofa oder den Schreibtischstuhl. Schließe die Augen und schaue einmal, ob Du bequem sitzt. Korrigiere Deine Haltung, wenn es noch irgendwo drückt und Dich ablenkt. Dann nimm ein paar tiefe Atemzüge, um anzukommen.

Wenn Du Dich dann als „gut da“ fühlst, gehe mit Deiner Aufmerksamkeit zuerst auf die Geräusche um Dich herum. Danach wieder zu Dir und Deinem Atem. Spüre vom Kopf bis in die Füße nach, wie Du auf dem Stuhl sitzt. Fühle, wie sich der Stoff auf der Haut anfühlt. Folgen dann wieder dem Atem nach – atme tief in den Bauch und langsam wieder aus. Die Betonung liegt hier auf: langsam. Sinke tiefer und schwerer in Dich und auf den Sitz. Wenn Du am Ende des Ausatmens bist, halte kurze inne, bis Du wieder den Reflex zum Einatmen verspürst.

Diesen tiefsten Punkt beim Atmen, dieser Wechsel zum erneuten Einholen der Luft schau Dir bitte genau an. Mehrmals. Normalerweise ist es ein Punkt der Stille und der Verbundenheit mit allem, was ist. So kann es für uns sein, wenn wir nicht im Chaos der schnellen Welt hin und her flitzen.

Dort SIND wir. Einfach.

Hier sind wir bewusst. Oft plappert dann gar nichts in uns. Doch schau auch genau hin, wenn Du merkst, dass wieder ein Gedankenstrom hochkommt. Spürst Du den Unterschied?

Ich habe ehrlich gesagt, eine Weile gebraucht, etwas Übung, um diese „Lücke“ zu erkennen – und damit zu begreifen, dass ich nicht meine Gedanken bin. Unsere Essenz ist nicht am Quatschen, sondern eher still. Das, was plappert, sind die Gedanken. Deshalb sage ich gerne „es denkt uns“.

Und es gibt diesen ruhigen Teil in uns, der die Gedanken „beobachten“ kann. Der dafür sorgt, dass wir nicht von einem stressigen Gedankenfetzen in den nächsten geraten. Gut zu wissen, denn so kann man auch lernen, nicht allen Gefühlen ins Drama zu folgen, sondern in Ruhe zu beobachten, zu überlegen und dann zu reagieren.

 

In Ruhe meditieren

Ein weiteres Plus ist es, zu meditieren. Hast Du schon Erfahrung damit oder bist Du ein Neuling?

Wie auch immer… ich möchte Dir gerne nahebringen, wie ich „Meditation“ sehe und anwende. Soll ich nämlich was erzählen? Ich beschäftige mich schon lange damit, aber um ehrlich zu sein, manche sogenannten Meditationstechniken sind mir einfach zu anstrengend und forciert.

Vipassana zu Beispiel. Da sitzen einige STUNDEN im Lotussitz auf dem Kissen. Ich weiß, dass das für einige Menschen sehr „effizient“ ist. Das ist an diesem Punkt eventuell nicht das richtige Wort, da wir es mit einer entspannenden und bewusstseinsstärkenden Handlung bzw. Nicht-Handlung zu tun haben.

Für Menschen, die gerne im Lotussitz sitzen und zur Ruhe kommen – bitte gerne.

Ich hingegen habe lange gebraucht, um mein eigenes Meditieren zu erkennen.  Ganz klar, ich mag es bequem! Außerdem empfinde ich es als hinderlich, wenn ich vor Rückenweh nicht mehr sitzen kann und das dann in der Meditation auflösen soll. Das bin ich einfach nicht.

Ich nehme einfach alles als Meditation. Ich tue es, wo ich will, wann, wie lange und wie.

Beispiel: morgens wache ich auf (wenn ich mal ausschlafen darf) und lege dann für einige Zeit die Hände auf meine Herzgegend, atme tief ein und aus – und BIN einfach.  Manchmal denke ich dabei, manchmal fühle ich mehr. Das dauert manchmal eine Viertelstunde, manchmal mehr.

Oder ich laufe mit nackten Füßen (also im Sommer eher, klar) über den Sand hier an der Küste und spüre einfach mal den Elementen nach. Wind, Sonne, Sand, Meer, kreischende Möwen – und ich.

Ich empfehle meinem Mann auch gerne, sich vorm Schreibtisch einfach mal fünf Minuten zu nehmen. Die Augen schließen, tief atmen, ganz bei sich ankommen. Fünf Minuten! Das ist wahrlich nicht viel. Die hat jeder. Und es ist so einfach. Für mich das wichtigste dabei ist: kein Stress. Leicht darf es sein.

Und gerne darf das auch zeitlich ausgedehnt werden, wem nach mehr ist!

 

Eine Achtsamkeitsübung

Eigentlich habe ich sie ja weiter oben schon beschrieben. Stichwort ist hier: Bodywork Meditation. Das sind Meditationen, in denen man durch den Körper geleitet wird, von einem Körperteil zum nächsten.

Yoga Nidra, Achtsamkeitsmeditation, Autogenes Training – das sind alles verschiedene Systeme, mit denen Achtsamkeit geübt werden kann. Und gleichzeitig werden die Gehirnzellen tiefen entspannt. Sehr heilsam und nährend!

Hier ein paar Ideen dazu von mir:

Yoga Nidra (mit CD): Die Yoga-Tiefenentspannung (GU Multimedia Körper, Geist & Seele)
Stressbewältigung durch die Praxis der Achtsamkeit
Autogenes Training (Ruhe und Kraft für den Alltag)

(*)

Hilfe von außen

Okay, jetzt muss es aber doch einmal erwähnt werden… es mag Momente im Leben geben, in denen man alleine nicht mehr klarkommt.

Das ist menschlich. Das passiert vielen immer mal wieder.

Wenn Du wie ich aus einer dysfunktionalen Familie kommst, gibt es eventuell ab und an eine Baustelle, die Du nicht allein bewerkstelligen kannst.

Keine falsche Scheu bitte! Jeder erlangt in seinem Leben verschiedene Kenntnisse, wie er mit Krisen umgeht. Aber es kann doch immer wieder die eine oder andere sein, die einfach nach Unterstützung ruft.

Traumata, Todesfälle, Scheidungen, Verluste, Trennungen, Krankheiten… die Liste an besonders herausfordernden Ereignissen ist lang. Übrigens können auch gehäufte kleinere Mini-Traumata irgendwann hochgehen wie eine Bombe. Und je nachdem wie wir kopfmäßig gepolt sind, kann das auch zu vermehrtem Kopfkino führen. Meist, wenn wir nicht so gut mit unseren Gefühlen umgehen können oder sie einfach auch nicht fühlen wollen.

Das ist okay! Nicht angenehm, aber okay.

Ich hatte das, ich kenne viele, die das hatten… also: wenn Du Dich gar nicht mehr beruhigt kriegst, zufrieden mit Dir selber oder zu kritisch und ätzend im Kopf… such Dir Hilfe!

Ich empfinde welche, in der auch auf Körperarbeit geachtet wird, besonders heilsam und stärkend.

Sich selber zuhören

Alles, was ich bis jetzt geschrieben habe, habe ich so erlebt und kennengelernt. Es hat mir geholfen. Was ich aber besonders gelernt habe, ist, mir selber zuzuhören. Ja, so simpel ist das. Zuerst habe ich aufgehört, meine Gedanken ständig wegschieben zu wollen und zu bewerten… Ich habe den Druck anerkannt. Und ich habe angenommen, wie ich mit Gedanken und Gefühlen umgehe. Und ich habe das immer noch, dass ich manchmal verwirrt bin oder auch echt doofe Gedankengänge verfolge. Doch ich nehme das nicht mehr so ernst. Es ist eben so und damit ist gut.

Und damit ist es auch gut.

Ich habe nämlich erkannt, dass ich meinen Kopf und meine Gedanken quasi selber bekämpft habe. Ich habe so gelitten unter dieser ständigen Gedankenflut.

Dabei gab es 1. Dinge, die ich eigentlich hören musste und 2. Dinge, an die ich gewöhnt war. Ich hatte einen auf Sorgen trainierten Geist. Das habe ich alles durchgearbeitet und durchschaut… und angenommen.

Ich habe nun einmal viel im Kopf.

Dann höre ich oft zu. Und manchmal sage ich mir selber, also ne, das brauche ich jetzt echt nicht. Oder nach einem Gedanken sage ich, danke, dass ich das jetzt weiß. Ich gehe mit mir selber jetzt eher wie mit einem inneren Freund um.

Und zuguterletzt: „ich“ bin hier die Herrscherin im Haus, nicht mein Kopfkino. Das ist mein Leben, meine Gedanken, also entscheide ich, wo’s weiter langgeht.

Klingt nach einem guten Plan, oder?

 

Üben, üben, üben

Und dann kommt es… wie mit allem im Leben: ohne Übung kein Meister. Ganz, ganz wichtig!

Wir Menschen sind solche Gewohnheitstiere. Wenn wir einmal etwas gelernt haben, dann machen wir es immer so. Das ist effizient. Aber wenn da nun etwas ist, was echt nervt, dann bleibt uns nichts Anderes übrig, als daran zu arbeiten.

Ich stelle mir das immer vor wie bei einem Kind, das laufen lernen WILL. Das WILL es und das WIRD es. Punkt.

 

Und nun?

Mit meinen Worten hier kann ich nicht versprechen, dass es von heute auf Morgen klappt mit der Änderung. Doch ich kann und will Hoffnung machen, dass wir Menschen nicht allein sind mit unseren Schwierigkeiten. Und dass es sich lohnt einen ersten Schritt zu gehen.

Denn musst Du jedoch selber gehen. Doch ich nehme Dich gerne an die Hand und sage Dir: Du bist nicht allein. Ich sehe Dich. Du schaffst das.

In Liebe

Kristina

 

 

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