Hakt es an einer Stelle im Leben und Du hast das Gefühl, nicht im Fluss zu sein? Machen Dir vor allem die düsteren Momente Schwierigkeiten?
Dann folge mir hier auf einer weiteren Reise durch unser Leben… denn: innere Widerstände aufzugeben ist leichter als Du denkst.

Gute Gefühle, schlechte Gefühle… egal.

Hast Du schon einmal Kinder dabei beobachtet, wie sie durch das Leben gehen? Wie sie spielen und wie sie mit anderen Kindern kommunizieren? Ich als Mutter bin ja jetzt hautnah dabei und kann nur sagen, wow, was für eine Intensität. Und oh Mann, viel zu intensiv.

So geht es bestimmt vielen Erwachsenen, Dir auch?

Und dabei sind wir doch quasi süchtig nach Liebe und anderen intensiven, guten Gefühlen… aber zurück zum Thema. Die Kinder leben also alles aus. Es wird gelacht, gejuchzt, gebrüllt, geweint, geschimpft – und das alles ungefiltert und einfach so.

„Raus damit“ ist wohl das Motto, weil unsere Kleinen viele Mechanismen der Regulierung einfach noch lernen müssen. Je nach Alter.

Auf der anderen Seite könnte man es aber auch so sehen: sie leben das Leben aus vollen Zügen. Und auch wenn schon Kleinigkeiten Wut und Angst auslösen können, so haben sie doch noch nicht die Angst vor den Gefühlen selber entwickelt.

.Sie sind lebendig und voller Lebenskraft. Und denken gar nicht darüber nach, das Leben maximal auszuschöpfen, sondern sie sind einfach.

Also ich kann nur sagen: ich habe viel von meinem Sohn gelernt, mich zurückerinnert und einfach wieder Seiten in mir gespürt, die so gerne gelebt werden wollen.

Und das ist wunderbar.

Ich habe bereits in einem früheren Artikel Tipps zu mehr Lebendigkeit geschrieben, wie Du hier nachlesen kannst.

Doch heute kamen wieder Gedanken dazu zu mir und eine Stimme sagte leise, bring das zu Papier. Also hier bin ich.

Wollen wir einmal sehen, wie ich die Botschaft schon rüberbringen kann…

Gib die Widerstände auf

Unser Leben ist gekennzeichnet von Erlebnissen und Erfahrungen in Verbindung mit Gefühlen und Emotionen dazu:

  • Eine Freundin ruft lange nicht an? Das schmerzt.
  • Der Job ging an jemanden anderen? Was für eine Enttäuschung.
  • Der nette Nachbar von nebenan hat Dich angelächelt? Freude und Kribbeln im Bauch.
  • Dein Mann hat Dir gesagt, dass er Dich liebt? Glück und Liebe im Herzen.

Zumeist freuen wir uns eher über die hellen, positiven Gefühle, als über die dunklen. Schmerz, Wut, Trauer, Enttäuschung – lieber wollen wir das vermeiden als es zu erleben. Oder wir rennen den positiven hinterher und vergessen dabei, dass es eben nicht immer so sein muss.

Druck wird aufgebaut, Widerstand entwickelt. Oft handelt es sich ganz einfach um eine Schutzfunktion unserer Psyche. Menschlich, normal

Ein Beispiel von mir… ich habe meinen Vater verloren als ich ein Kleinkind war. Also, er lebt noch, aber eben nicht mit uns. Ich kenne ihn eigentlich gar nicht. Das ist eine Wunde, die irgendwie immer da ist. Es hat alles seine Gründe, es ist einfach so. Und dennoch schmerzt es – und Verlust will ich auf keinen Fall erleben. Meine Psyche hat alles daran gesetzt, dass ich Alleinsein, Einsamkeit, Verlust und Loslassen immer schön vermeide.

Logisch.

Meine Seele jedoch hat natürlich eine ganz andere Idee dabei und inzwischen schwingen beide im Einklang. Aber ich greife vor.

Worauf ich hinaus will, ist einfach: es gibt da Dinge, die will ich nicht fühlen. Ich habe mir irgendwann gesagt, diese Gefühle sind doof. Also – abschalten. In sich hineinziehen. Distanz aufbauen.

Widerstand.

Schwierigkeiten mit dunklen Gefühlen. Aber auch: abschneiden von den guten Dingen im Leben. Weniger Lebendigkeit.

Und da ich einfach weiß, dass ich in diesem Leben ein paar Dinge erleben und erledigen will, habe ich mich aufgemacht – und dem Drachen ins Angesicht geschaut. Ich bin in die Schatten gegangen und habe das Licht hereingelassen.

Und meine Fazit davon ist: einen inneren Widerstand aufzugeben lohnt sich sehr, auf dem Weg zurück in eine „kindliche“ Lebendigkeit.

Die Angst vor den Schatten bezwingen

Inzwischen möchte ich sagen: Gefühle einfach zu haben ist der Schlüssel.
Doch das ist vielleicht zu simpel ausgedrückt und der Weg zu dieser Aussage ist sicherlich wichtig

Fangen wir bei den Widerständen an. Was meine ich damit

Diese Dinge können in verschiedenen Formen auftauchen, aus verschiedenen Erfahrungen und Erlebnissen heraus:

  • Gefühle scheinen zu heftig zu sein, also blocke ich sie komplett ab
  • Meine Gefühle sind nicht wichtig, also ignoriere ich sie
  • Little Miss Sunshine, über dunkle Gefühle wird nicht gesprochen.
  • Jetzt hab Dich nicht so und reiß Dich zusammen.
  • Ich verharre tatenlos und hoffe, dass die Gefühle schon wieder vorbeigehen

Die körperlichen Facetten

Oft gibt es auch Spiegelungen in der Körperhaltung, durch die sich die inneren Widerstände zeigen. Und es ist interessant, immer mal wieder in sich hineinzuspüren und nach ihnen zu schauen.

Diese inneren Widerstände zeigen sich zum Beispiel gerne als:

  • Anspannung
  • Hochgezogene Schultern
  • Enge
  • Starre Haltung
  • Kurzatmigkeit

Woher kommt das?

Man merkt schon, wo so etwas seinen Ursprung findet, in Glaubenssätzen, die wir irgendwann einmal gehört haben – und für uns als Wahrheit angenommen haben.

Zeit, einmal auszumisten… nicht wahr?

Denn auch das ist eines der großen Erkenntnisse – für die ich lange gebraucht haben: Glaubenssätze sind eben nur das, Glaubenssätze. Wir hauchen ihnen Leben ein, in dem wir an sie glauben.

Und durch beständiges Wiederholen über eine längere Zeit erkennen wir das als Wahrheit an.

Denn stimmen diese Glaubenssätze überhaupt? Bist Du unwichtig? Sind es Deine Gefühle? Darf über dunkle Gefühle nicht gesprochen werden.

Die Antwort ist einfach: nein. Du bist wichtig, genauso wie Du bist.

Und Deine Gefühle sind es auch.

Und natürlich können wir über alle Gefühle sprechen, denn das einzige, was wir damit machen müssen, ist sie zu fühlen, sie anzuerkennen und für einen gewissen Zeitraum auszuhalten.

.Ein kurzer Hinweis an dieser Stelle: solltest Du merken, dass es jetzt so richtig hakt, dann scheue Dich nicht und suche Dir richtig gute Hilfe. Mein Text spricht von meinen Erfahrungen und davon, welche Erkenntnisse ich daraus gezogen habe. Das kann an sich auch schon helfen.

Um noch tiefer zu gehen, gibt es aber verschiedene Ansätze. Ich biete demnächst einen Kurs an, in dem es um Klarheit und Gelassenheit in den Gedanken geht. Der ist sehr, sehr hilfreich.

Doch wenn Du in Dich gehst und merkst, da ist noch etwas, das kannst Du einfach nicht alleine lösen – dann gehe los und suche Dir Hilfe.

Aber zurück zum Thema.

Alle Gefühle gehören zum Menschsein und bedeuten Lebendigkeit

Wenn ich mich ärgere, wenn ich wütend werde, wenn ich traurig bin – dann fühle ich. Dann bin ich.

Hast Du schon erlebt, wie die Tränen, die aus einem tiefen Gefühl flossen, auch erleichternd sein können und Dich lebendig fühlen lassen.

Denn wenn ich es annehme, wie es ist, dann ist es immer noch nicht schön – aber es verliert seine Hartnäckigkeit.

Ich wollte erst schreiben, Schwere oder Tiefe, aber das stimmt so nicht. Trauer wiegt schwer. Zorn und Wut sind sehr heiß. Da führt kein Weg drumherum.

Doch wenn wir uns innerlich dagegen auflehnen, innere Widerstände aufbauen und wenn wir unsere Gefühle beurteilen, dann verharren sie. Sie bleiben dann länger.

Oder sinken, so wie oben beschrieben, in uns ein und werden zu einem noch größeren und länger anhaltenden Glaubenssatz.

Was kannst Du also tun?

Ich freue mich immer wieder über eine Übung, die ich bei den Awakeningwomen kennengelernt habe – und die bei inneren Widerständen gute Hilfe leiste. Und die ich jetzt gerne weitergebe:


Fühlen, Berühren, Loslassen

Setz Dich oder leg Dich hin, genau so, wie es gerade am besten für Dich passt.
Schließe Deine Augen.
Atme 3x tief in den Bauch.
Öffne langsam Deine Augen.

Dann sage:
Ok, so ist es jetzt.
Es ist nicht angenehm…/dieser Moment ist anstrengend…/diese Sache macht mich traurig… (setze hier ein, was gerade für Dich passt.)
Aber, so ist es jetzt.

Spüre in Deinen Körper.

Was nimmst Du wahr? Sind da Spannungen? Ist da Druck? Schmerzt es? Gibt es einen Knoten?

Atme hin an die Stelle, die Dir gerade Unbehagen bereitet.

Dann sage:
Ich nehme alles an, was jetzt ist.
Ich verweile in den Empfindungen, egal wie schwer es ist, und ohne sie festzuhalten.
Alles darf jetzt da sein.
Was hochkommen will, darf hochkommen.

Halte es nicht fest, lass es fließen und, wenn es geht, los. Ohne Druck!

Jedes Gefühl will gefühlt und gelebt werden, oft auch die alten Emotionen aus früheren Verletzungen, die nicht zu Ende gebracht wurden. Meistens sperren wir uns mit Hilfe unserer inneren Widerstände wie im Blogbeitrag beschrieben dagegen, ihnen Raum zu geben, da wir nach wie vor meinen, dem nicht gewachsen zu sein. Daher kommt meistens der Widerstand, den wir dann verspüren.

Hier ist es ganz wichtig für Dich, an folgendes zu denken:

Du bist stark. Dein Herz ist es auch.

Du fragst Dich jetzt bestimmt noch, ob auch alte Emotionen so gelöst werden können? Mit der Zeit, mit Geduld.

Mit einer Kühnheit im Blick, die sagt: ich bin ich und ich liebe alle meine Gefühle und Facetten. Denn das ist es, was mein Leben ausmacht, worum es meiner Seele geht.

Und nicht vergessen: Du bist eine wunderbare Seele in einem menschlichen Körper.

Einen magischen Start in 2019 wünscht Dir von Herzen

das bin ich
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