Lebe Deine Kreativität

Lebe Deine Kreativität!

Dieser Text ist für all diejenigen, die irgendwo in ihrer Seele noch Kreativität fühlen, ersehnen oder einfach neugierig sind.

Wie kreativ bist Du im Augenblick? Oder gehörst Du vielleicht zu den folgenden zwei Gruppen:

  • Die, die glauben, überhaupt nicht kreativ zu sein?
  • Die, die glauben, Kreativität müsste perfekt sein?

Also ich gehöre inzwischen nicht mehr zu diesen Gruppen, aber war lange Zeit Vollmitglied in der zweiten und so ein halbes in der ersten Gruppe.

Und genau darum soll es heute gehen – Glaubenssätze, die uns von unserer Kreativität abschneiden, deren Herkunft und die Wiedererweckung unserer Kreativität.

Kreativität steckt in uns allen

Ich würde jetzt mal ganz „provokant“ schreiben, dass wir alle kreativ sind.

Schauen wir uns als erstes unsere Kinder an.

Kinder malen, basteln, konstruieren, bauen eigentlich den ganzen Tag über. Natürlich geht es um das Begreifen von Funktionen und all dem. Daneben ist es aber doch erstaunlich, was genau zusammengebracht wird, was entsteht, welche Fantasie die Kinder an den Tag legen.

Und das machen – wenn es nicht grob gestört wird – quasi alle.

Ja, alle.

Also auch: wir.

Nur was passiert dann?

Die Kindergartenzeit ist zumeist noch geprägt von freiem Spiel. Dann kommt die Schule.

Wie war das für Dich?

Ich kann mich noch gut an den Kunstunterricht in der Grundschule erinnern – ich habe ihn geliebt. Genauso gestaltendes Werken. Oder meine Koch-AGs. Trotz der Regeln – denn ich habe dort einfach neue Techniken gelernt.

Zuhause habe ich gemalt, was das Zeug hält! Gebastelt. Und meine Mama hatte eine Freundin mit einer Töpferwerkstatt, in der ich gerne „gearbeitet“ habe. Ich habe gebacken. Gekocht. Geschenke aufwendig verpackt. Meine Schaffensfreude war ungebremst.

Dann wurde ich älter, kam in die Pubertät. Und wir wissen es alle – das ist eine so sensible Zeit, da kam es bei mir zu einem Bruch mit der Kreativität.

Ich sah mich mit Kritik konfrontriert – meine Mutter, die Lehrer in der Schule, sie waren nicht mehr so positiv zu meinen Werken. Und irgendwie ließ meine Freude dann nach.

Das eine oder andere Werk gibt es noch von mir. Aber ich denke für ca. 15 Jahre war meine Kreativität wie weg. Eingeschlafen im Dornröschenschlaf. Nicht existent.

Malutensilien gab es immer bei mir – aber eben ungenutzt.

Ich hatte dann auch so einen Druck entwickelt, wollte perfekt sein, Großes schaffen. Und tat: nichts.

Was hindert also die Kreativität?

Ich denke, Sozialisation und Erziehung können die Kreativität im Keim ersticken. Das kann dann soweit gehen, dass wir denken, wir seien nicht kreativ.

Erinnerst Du Dich an Deine Zeit in der Tanzschule? Oder auf einer Party, bei der es ums Lostanzen ging?

Und Du hast Dich gefürchtet und in Grund und Boden geschämt. Warst vielleicht schlacksig und ungelenk – in Deinen Augen. Du fängst an zu tanzen, auch wenn Du Dich komisch fühlst… mit all den Hormonen im Blut, die die Pubertät so ausmacht. Innerlich so unsicher… Dann ein Kichern aus der hintersten Ecke.

Du denkst, es galt bestimmt nur Dir allein und Deinem Tanz. Und schon war es geschehen um die freie Ausübung Deiner Kunst.

Ein Glaubenssatz war geboren: wenn ich mich bewege, ist das lachhaft. Aus, vorbei, gestorben war das schöne Gefühl.

Denn ganz genau: was wir in den prägenden Jahren vergessen – weil wir nicht daran erinnert werden oder es nicht gezeigt bekommen – ist, dass es bei all diesen Dingen nur um eines geht:

Unsere eigene Freude am Tun.

Richtig: es geht um uns selber.

Was uns selber Spaß macht, sollten wir tun! Immer, unentwegt.

Oder noch ein Beispiel… Du hast etwas gemalt, bist stolz wie Oskar, rennst zu Deinen Eltern – und die reagieren nicht. Oder nur mit einem Augenrunzeln.

Wahrscheinlich waren sie ganz woanders mit ihren Gedanken und meinten es nicht persönlich. Mal ist das auch okay für uns kindliche Seelen.

Aber vielleicht war es einmal zu viel – und wir haben daraus gemacht, dass unsere Kunst unwichtig oder nicht schön ist. Und es dann vielleicht gelassen.

Ich als Mutter realisiere das jetzt auch – wie viel Macht ich habe über das weitere Geschehen oder Nichtgeschehen von der Kreativität meines Sohnes. Ich versuche, ihn zu ermutigen und wenig abzubremsen. Aber sicherlich habe ich auch schon Fehler gemacht.

Apropos – an diesem Punkt möchte ich gerne ein Video von Vera Birkenbihl empfehlen. Sie hat nicht nur für uns Eltern gut beschrieben, wie Neugierde und Kreativität abgebremst werden können.

Am Anfang unseres Lebens kommen wir mit einer ungebremsten Fülle an Neugier und Schöpfungskraft auf die Welt.

Wirklich: wir alle.

Übrigens, Vera Birkenbihl lohnt sich nicht nur für Eltern, sondern erklärt gut und knackig viele menschliche Erscheinungen! Auch z.B. über Männer und Frauen lohnt sich das Reinhören.

Und was genau ist denn eigentlich mit Kreativität gemeint?

Der Duden spricht bei Kreativität von: schöpferische Kraft, kreatives Vermögen. Es gibt hier also keine Einschränkung, welche Form unsere Werke annehmen.

D.h., kreativ sind wir beim

  • Kochen
  • Malen
  • Schreiben
  • Zeichnen
  • Basteln
  • Zimmer einrichten
  • Blumen in der Vase anordnen
  • Auswählen unserer Kleidung
  • Schminken
  • Tanzen
  • und vielem mehr

Es gibt quasi keine Handlung, die nicht kreativ ist.

Wieso also glauben viele Erwachsene, sie seine keine richtigen Künstler?

Vielleicht sollten wir eher von kreativer Mensch sprechen und nicht von Künstler…

Die Mär der richtigen Kunst

Ich war einmal bei einem Aktzeichen-Kurs in der Uni in Köln. Ich wollte es so gerne einmal probieren. Da kam der Lehrer dann, nahm meinen Stift und zeichnete mir was vor. Dann sagte er: bei Dir fehlt irgendwie der Schwung. Du brauchst gar nicht mehrmals abzusetzen, einfach los und… ja, und?

Ende vom Gelände.

Klar bin ich irgendwie auch empfindlich, doch wer ist das nicht, wenn er neu irgendwas anfängt? Ich kam mir einfach so doof vor. Echt doof. Und das ist nicht angenehm. Echt nicht.

Da wurde einfach wieder etwas getriggert: die Idee der Perfektion, der richtigen Kunst.

Richtige Kunst, ja, richtige Kunst sind nur die Bilder, die in den Museen hängen. Meine sehen ja gar nicht so aus… ach, und hier habe ich eine Macke reingemalt. Hier ist etwas schief. Hier fehlt die richtige Perspektive. Hier fällt was auf.

Richtig, was fällt hier auf?

Kritik. Kritik. Und nochmals: Kritik.

Kennst Du diese Sätze:

  • Aber das ist ja nicht so, wie bei…
  • Ich bin doch keine richtige Künstlerin…
  • Ach, das ist doch nur eine kleine Arbeit…
  • Ach, das ist doch nur ein Hobby von mir…
  • Ach, das ist doch nichts…
  • Hier hätte ich noch das und das besser machen können…

Ich höre in meinen geistigen Ohren viele Frauen so von sich und ihren wunderbaren Tätigkeiten sprechen.

In kleinmachender Manier. Bescheiden. Verniedlichend.

Ich zumindest war so. Bin es zeitweise noch.

Teilweise ist das uns Frauen einfach gesellschaftlich so eingeimpft. Andererseits machen es uns negative Erfahrungen echt schwer.

Übrigens, wie Du noch mit Selbstkritik umgehen kannst, habe ich noch in diesem Beitrag beschrieben.

Wie sind Deine Erinnerungen in Richtung Kreativität?

Wenn Du also auf der Suche bist – oder von meinem Text angesprochen bist, loszusuchen – dann spüre doch einmal nach folgenden Situationen nach:

  • Gab es Situationen mit Deinen Eltern, die Dich beschämt haben?
  • Mit Deinen Großeltern?
  • Anderen Kindern?
  • In der Schule?
  • Im Verein?
  • Auf Feiern?

Bei mir gab es z.B. einmal noch eine, an die ich mich gut erinnere. Ich habe zusammen mit meiner Schwester Klavier Unterricht gehabt bei derselben Lehrerin. Und irgendwann höre ich, wie diese Lehrerin zu meiner Mutter sagt:

Ja, die große Schwester hat einfach DAS Gehör. Wenn sie etwas mehr üben würde, wäre sie sehr schnell sehr gut. Aber Kristina, ja, Kristina, die muss sich alles hart erarbeiten.

Man, das ging mir rein. Das tat weh.

Wurde der Spaß dadurch reduziert? Aber ja doch.

Kleiner Einwurf: das soll kein Gejammere sein, oder die Schuldzuweisung nur den Anderen gegenüber. Nein. Es ist einfach eine traurige Geschichte, wie Freude und Träume zerstört werden können. Es ist ein bewusstes Erinnern, was passiert ist, wie ich mich gefühlt habe und worin das geendet hat.

Und ich gehörte bis vor kurzem – leider – nicht zu den „jetzt erst recht!“-Typen – d.h. bei mir hörte es mit Kritik auf, alles kam ins Stocken. Nicht so wie manche, die bei Kritik erst recht loslegen. Für sich selbst.

Inzwischen habe ich aber doch begriffen, dass ich natürlich voll verantwortlich für das bin, was mein Leben ausmacht. Übrigens – eine wichtige Sache, die für alles im Leben gilt. (Und wenn man das begriffen hat – was gar nicht so leicht ist, je nach Prägung – dann geht meistens die Post ab.)

Also bin ich auch verantwortlich für das Aufrollen und Wiedererwecken meiner ureigenen Kreativität.

Und jetzt kommen wir – wie immer bei mir am Ende – zum interessanten, Hoffnung bringenden Teil.

Die Wiedererweckung meiner Kreativität

Zuallererst lass Dir noch einmal gesagt sein: in uns allen steckt ein Künstler.

Wie also finden wir unseren Weg zurück zur Neugier und zum Tun?

Mein Weg führte über eine australische Lebensberaterin, die ihr Wissen den Frauen in einem eigenen Mitgliederbereich zur Verfügung stellt. Leonie Dawson ist Mama, Hippie – und Künstlerin.

Ihre Kunst ist so bunt und froh, ihre Botschaften so wahrhaftig, dass es mich einfach mitgerissen hat. Sie stellt den Frauen ihre Kunst als Malbücher – teilweise kostenfrei – zur Verfügung. Damit habe ich wieder angefangen.

Dann habe ich mir Zentangle geholt, und neue Stifte. Zentangle sind Muster, die per Fineliner in ein kleines Quadrat gemalt werden. Sehr meditativ und irgendwie glücklich machend.

Ab da fing es an.

Kreativität in Bildern

Ich habe gezittert und gebebt. Ich habe gegrübelt und wieder einmal daran gedacht, wie unperfekt das alles doch ist. Keine Linie so gerade und so perfekt, wie ich es mir wünsche. Innere Kritik noch und noch.

Habe dann trotzdem weitergemalt.

Die Unvollkommenheit ausgehalten.

Denn: es ist völlig egal, wie es anfangs aussieht, solange Du Spass, Freude und eine gewisse Leichtigkeit empfindest.

Hier verweise ich gerne noch mal auf Vera Birkenbihl, die über die kindlichen Seelen sagte, man dürfe Ihnen anfangs null Kritik anbringen.

Warum nicht also auch unseren Seelen – eventuell ebenfalls noch kindlichen, denn in unseren Erinnerungen hängen wir doch an vergangenen Situationen fest, die uns geprägt haben. Und die müssen doch erst mal gesehen werden, bevor wir als Erwachsene neue machen können.

Es gibt auf youtube auch eine Künstlerin, die mich noch umgehauen hat: Flora Bowley. Sie macht intuitive Kunst und zeigt in ihren Videos z.B. auch, wie man auf leerem Grund beginnen kann.

Sollte jemand an der Stelle Schwierigkeiten haben. Und Inspiration brauchen, um mit Ihrer Kreativität zu starten.

Meine Bilder sehen noch nicht so aus wie ihre… ha, das ist es wieder…

Aber: ich habe Spass. Ich habe Freude. Ich erlebe Flow.

Für mich das Tollste! Flow, mmmmh, mein ganz eigenes Vergessen während des kreativen Machens…

Wie klingt das für Dich?

Flow. Flow? Flow!

Es ist wie mit den Träumen und ich möchte Dir sagen:

Du als wunderschöne Frau trägst das Erschaffen quasi in Dir
Deine Hände lassen Blumen erblühen
Du verschönerst Dein Zuhause auf wunderbare Weise
Du zauberst nährendes, gut schmeckendes Essen auf den Tisch
Du lässt Dich erstrahlen durch Deine Kleidung
Deine Hüften schwingen ganz wunderbar im Rhythmus der Musik
Du bist ganz einfach magisch
Und eine kreative Göttin

Wenn Du jetzt also wie ich auch noch einen Stück weitergehen willst und davon träumst, zu malen: nur zu.

Kauf Dir ein paar schöne Stifte, Papier – und lass Dich von Deiner Seele und Deinem Herzen führen.

Oder worauf auch immer Du neugierig bist… mach es.

Lebe Deine Kreativität

Ja, mach es!

Und bitte… sollten Sätze kommen wie

Ach, das werde ich nie so richtig hinkriegen

Oder

Du Dich abschrecken lässt, weil das richtige Können einer Sache Zeit dauert…

Ich wollte erst sagen: lass Dich nicht abschrecken. Aber es geht eher um: mach es Dir selber nicht kaputt. Rede es Dir nicht aus. Oder rede es klein.

Das ist z.B. ein ganz üblicher Vorgang bei mir.

Wenn das auftritt, nehme ich den inzwischen war – und mache trotzdem, worauf ich neugierig bin. Oder entscheide, dass eine Sache mir doch nicht so liegt.

Aber es ist total schade, sich seine Träume, Ideen und Vorhaben selber so gerne auszureden.

Also noch einmal: machen! Denn: es gemacht zu haben ist besser als es gar nicht gemacht zu haben.

Worauf wartest Du also noch?

Ich wünsche Dir viel Freude beim Wiedererwecken Deiner in Dir schlummernden Kreativität.

In Liebe

 

 

 

 

 

 

P.S.: Wenn Du gerne noch Literatur zur Inspiration möchte, kann ich dir folgende Bücher per Affiliate-Link wärmstens empfehlen:

Der Klassiker: Der Weg des Künstlers. Ein spiritueller Pfad zur Aktivierung unserer Kreativität
Und intuitives Malen: Malen! Mutig und intuitiv: Loslassen. Mut fassen. Entfalten lassen. Experimentelle Wege und neue Techniken

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    2 replies to "Bist Du bereit, Deine Kreativität wieder zu erwecken?"

    • Anuschka Federtanz

      Ein wunderschöner Artikel! Vielen, vielen Dank.

      • Kristina

        Danke für Deinen lieben Kommentar. Ich freue mich sehr, dass er Dir gefallen hat.

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