schlaflos

Ich liege schlaflos im Bett. Es ist dunkel, mitten in der Nacht. Mein Mann und mein Sohn schlafen ruhig atmend neben mir. Stille um mich herum.

Und ich… bin wach.

Ich spüre, wie ich mit dem Kopf auf dem Kissen liege, mein Körper auf der weichen Matratze.

Ich denke, oh nein, bitte nicht, ich bin wach.

Und in diesem Moment springt alles in mir an: das Gedankenkarussell. Das Herzklopfen. Ungebremst geht mein Körper in Panik und Gefahrmodus.

Ich rechne nach, wie viele Stunden ich noch habe, wenn ich jetzt nicht weiter schlafe. Wie müde und platt ich sein werde, und welche Angst ich habe, weil ich nicht weiß, wie ich den Tag überstehen soll.

Den Tag einer Mutter mit all den üblichen Aufgaben und einem Sohn, der fit und ausgeruht mich braucht, einem Mann, der meine Unterstützung braucht. Die Planung und Organisation von Haushalt und Co. Die Schmerzen, die einsetzen, wenn ich die halbe Nacht wachliege.

Das Herz fängt an zu rasen, denn jetzt haben mich die Panik und die Angst voll in ihrer Hand.

Und der Schlaf… meilenwert entfernt.

Sowas von schlaflos – und nun?

Und was nun, wirst Du Dich fragen? Gehörst Du vielleicht auch zu denen, die diese Situation kennen? Dann wird es Dich bestimmt interessieren, was ich zu schreiben habe.

Kürzlich habe ich gelesen, dass es in Deutschland jeder Dritte ist, der Schlafstörungen kennenlernt, wobei Frauen öfter betroffen sind als Männer.

Irgendwie erschreckend.

Dass etwas, das zu uns Menschen von Natur aus gehört, so anfällig geworden ist – vor allem für Frauen. Ich vermute ja unter anderem vermehrte Strahlen aus allen Richtungen – ich kenne noch Zeiten ohne Handy, um nur ein Beispiel zu nennen – aber wahrscheinlich ist es das Gesamtpaket aus Veränderungen durch Technik, Anforderungen an uns Menschen und ähnliches, dass uns den Schlaf raubt.

Aber wie es jetzt für mich weiterging… ich teile das folgendermaßen ein:

Die Mittel,
  • die helfen,
  • die manchmal helfen
  • und die eher nicht helfen.

Was eher nicht hilft

Zäumen wir das Pferd von hinten auf: Mittel, die in meinen Augen – und nach meiner eigenen Erfahrung – eher nicht wirklich und auf Dauer helfen.

Für mich teilweise sehr wichtig war es, zu recherchieren, was z.B. in meinem Körper und vor allem dem Gehirn los ist, wenn ich nicht mehr schlafen kann. So bin ich. Als Skorpion muss ich einfach immer forschen und bohren, bis ich zufrieden bin.

Wenn wir aufwachen, sind Cortisol und Adrenalin zwei der Hormone, die loslegen. Klar, wenn das Herz rast und wir unser Blut rauschen hören, dann ist das Panik und folglich eine Angstreaktion, die zu Kampf oder Flucht aufruft.

Und ich bin so oft liegengeblieben, weil ich so oft, so ganz unbedingt weiterschlafen wollte!

Autsch. Das passt natürlich nicht so gut zusammen.

Denn die beiden oben genannten Hormone brauchen, wenn sie denn erst einmal unterwegs sind, Zeit, um abgebaut zu werden.

Manche Ratgeber empfehlen dann aufzustehen, moderates Licht zu machen und etwas zu machen, was einen ablenkt.

Ich torkele also aus dem Bett, mache mir Tee und eine Wärmflasche. Ich lege mich aufs Sofa, um zu lesen (mit Ebook-Reader – wieder eine Lichtquelle). Früher habe ich auch noch das  Handy angemacht.

Oder mich hingelegt und eine Traumreise angestellt.

Fazit für mich: Die Bewegung und das Licht reißen meinen Körper, der doch so gerne liegen will, vollends aus dem Schlaf. Traumreisen und lesen lenken zwar ab, aber all das Machen und Tun hält mich auch auf Touren. Und weiterhin bleibe ich: schaflos.

Es kann sein, dass irgendetwas davon für Dich gut ist – für eine längere oder kürzere Zeit, und damit in das „hilft manchmal“ fällt. So wie bei mir mit einigen anderen Mitteln…

Mittel, die manchmal helfen

Lesen und Wärmflasche sind Zwitter und helfen manchmal, das muss hier gesagt sein. Ich kann mich da nicht ganz festlegen.

So ist es eigentlich mit vielen Dingen. Zum Beispiel habe ich auch eine wirklich gute Atemtechnik, die ich immer und immer wieder nutze, um mich zu zentrieren. Es ist eine, die ich dem Yoga entlehnt und für mich abgewandelt habe. Ich zähle meinen Atem hoch bis 12, wobei auf die Ausatmung mehr Schritte kommen als auf die Einatmung.

Das ist ganz wichtig!

Durch ein längeres Ausatmen wird der Parasymphatikus angesteuert. Dazu die Definition:

Der Parasympathikus ist als Teil des vegetativen Nervensystems Gegenspieler des Sympathikus. Durch ihn werden vorwiegend Körperfunktionen angespielt, die der Regeneration des Organismus und dem Aufbau von Energiereserven dienen. Das innere Gleichgewicht des Organismus wird auch unter seinem Einfluss wieder hergestellt.

Hinsichtlich des Schlafens ist es manchmal gut, sich dem Atem zuzuwenden, um wieder in seinem Körper anzukommen. Ich denke, abends bei einer Tasse Tee – vor dem Schlafen – ist das eine gute Sache. Zusammen z.B. mit entspannendem Yoga.

Es hat auch beim Zubettgehen im Bett mal funktioniert. Ich sage deutlich: mal.

Denn… und nun kommt das große Aber…

Bewusstes Atmen ist in meinen Augen eine sehr kontrollierte Vorgehensweise – und das ist der Schlaf nach meinen jüngsten Erkenntnissen so gar nicht.

Schlaf ist: hinlegen. Ruhen. Loslassen. Hingabe.

Und das Atmen mit Kontrolle?

Eindeutig: nein.

Probiert es aus, so wie ich auch, und findet für Euch heraus, ob Ihr es für Euch bestätigen könnt.

Ich jetzt ja – aber dazu gleich mehr. (Es bleibt spannend…)

Vielerorts wird empfohlen eine bessere Schlafhygiene zu entwickeln. Was das ist? Das bedeutet einfach, nicht bis kurz vorm Schlafen Rechnungen zu bearbeiten, zu diskutieren, im Internet zu surfen. Sondern bewusst in das Entspannen und Abschalten zu gehen:

  • einen Tee trinken
  • auf dem Sofa lümmeln
  • kuscheln
  • einen Film zu gucken (aber bitte keinen aufregenden)

Ja, das hat alles Hand und Fuß. Aber ich war früher so ein guter Schläfer und habe mir nie darüber Gedanken gemacht. Klar, ich habe mich geändert, bin jetzt Mutter mit anderen Aufgaben. Trotzdem – auch wieder kontrolliert alles für das Schlafen vorbereiten? Klappte schon manchmal, aber eben nicht immer.

Manchmal auch ein Kügelchen

Zu den Mitteln, die manchmal gut sind, zähle ich auch medizinische Produkte. Ich selber bin Fan von naturheilkundlichen Mitteln. Ich möchte dazu keine Werbung machen, aber einige bekannte Firmen haben ganz gute Kügelchen im Programm, die schön weich und ruhig machen.

Während des ersten Lebensjahres meines Sohnes habe ich sie einfach oft zu mir genommen, zu oft und zu lange – und dann verlieren sie auch ihre Wirkung. Das ist eben auch der Hinkefuß bei diesen Dingen – wenn das Gehirn erst einmal lernt, dass es etwas braucht, um den Schlaf herbeizuführen, dann ist ein unangenehmes Muster einprogrammiert, das schwer wieder rauszukriegen ist.

Ich habe jetzt für mich da entdeckt, dass auch das zu den „bewussten“ Mitteln gehört. Zu viel Kontrolle. Aber mal, ja, mal, so als Hintertür, wenn es einer der scheußlichen Nächte ist, ja, warum nicht.

Kurzzeitig habe ich auch verschreibungspflichtige Tabletten bekommen, als ich wirklich in der Krise steckte. Es hat geholfen, ich habe lange geschlafen. Zwei Dinge habe ich dabei aber für mich herausfinden müssen: es ist tatsächlich so, dass der Abhängigkeitsfaktor auf keinen Fall zu missachten ist.

Einfach Mund auf und runter damit, um gut zu schlafen, kann ein Segen sein – und geht zu schnell von der Hand.

Und der Schlaf? Irgendwie drückend, ich fühlte mich davon nicht ausgeruht, sondern geplättet.

Diese Mittel können also mal helfen, sind in meinen Augen aber mit Vorsicht zu genießen.

Baldrian und Co aus der Drogerie gehören auch in diese Kategorie. Für kurzzeitige Hilfe bin ich auch hier dankbar. Neulich erst erklärte mir eine neue Ärztin von mir, dass es aber wichtig ist, bei Baldrian, Johanniskraut und anderen pflanzlichen Stoffen auch auf die Qualität ankommt. Ein guter Rat! Das Mittel vom Arzt ist bei mir noch in der Testphase und kommt doch für mich in die nächste Kategorie…

Mittel, die helfen

Jetzt wird es spannend!

Vielleicht habt Ihr es schon herausgehört aus meinen Worten…

Für mich das Mittel, das mir wirklich hilft, ist denkbar einfach – und damit auch noch so schwer: dem Schlaf sein Einfachsein wiedergeben.

Ich habe ein wirklich gutes Buch dazu gefunden. Es heißt Schlaf gut!: Das Geheimnis erholsamer Nachtruhe. Das kam jetzt kürzlich in einer schlaflosen Nacht zu mir, welch Widerspruch.

Meine Gefühlswelt war in Aufruhr, Verzweiflung und Ängste meine stärksten Gegner dabei. Ich war es so satt. Es war mir so unangenehm. Es tat weh. Und war ein Kampf.

Und dann fand dieses kleine Buch zu mir und da wurde es mir erklärt.

Gute Schläfer tun was, um gut zu schlafen?

Eben: nichts.

Sie schlafen einfach. Das wurde mir da erklärt, aber es war eher wie eine Erinnerung an Altbekanntes. Es wurde mir auch gezeigt, wie ich meine Gefühle und die unangenehmen körperlichen Aspekte annehmen kann und nicht wegschiebe. Denn das ist es, was ich tue, in der Nacht. Ich will so unbedingt, so mit aller Kraft schlafen. Ich versuche zu kontrollieren, was keiner Kontrolle bedarf.

Das ist an sich nicht neu. Aber komischerweise musste ich erst einmal so lange die Erfahrungen machen, die ich gemacht habe, um bereit zu sein, zuzuhören.

Das Ende von schlaflos in Sicht

Ein wahrlich guter Punkt auch in Punkto Schlaf: Gewahrsam. Achtsamkeit.

Diese Themen sind übrigens auch meine Arbeit für Dich und wenn Du mir folgen magst, dann melde Dich rechts oben an und erfahre hautnah, wie auch so Momente wie Schlaflosigkeit gelöst werden können.

Ich als Lebensberaterin praktiziere also für mich selber auch wieder Achtsamkeit und andere tolle Übungen. Wunderbar finde ich übrigens noch den Tipp aus dem Buch, einfach nur dem Atem zu folgen, ohne Anstrengung und Einflussnahme, in Leichtigkeit.

Ja, das hilft. Zusammen mit einem kleinen Satz: „Einfach den Kopf aufs Kissen legen.“ Es hilft auch Ängste und Panik als das anzuerkennen, was sie sind: Ausdrucksweisen meines Menschseins. Keine Gegner. Ich darf den Kampf beenden.

Meine kleinen Helfer

Und hier also doch noch eine Liste meiner Dinge, die mir helfen, den Druck rauszunehmen und mich zu pflegen:

  • Fahrradfahren
  • Kleine Meditationen über den Tag
  • Lavendelöl
  • Achtsamkeitsübungen
  • Lachen
  • In die Natur gehen

Denn natürlich sind Selbstpflege und -achtsamkeit auch wirklich wichtige Dinge für uns Frauen, die manchmal auf der Strecke bleiben.

Unsere Welt ist wahnsinnig anstrengend im Moment. Unsere Leben oft stressig und viel zu schnell, ohne dass wir es merken. Wohnt Ihr vielleicht noch in einer großen Stadt? Ich empfinde das als Wahnsinn im Augenblick.

Da bleibt es oft nicht aus, dass Oasen der Ruhe und Entspannung verloren gehen. Und wir damit reagieren, schlaflos zu sein. Aber wir können sie uns zurückerobern – wie auch den guten Schlaf.

Für uns Frauen gibt es ja auch noch den Mond. Ich studiere im Moment noch, was der Vollmond mit meinem Schlaf und meinem Energiehaushalt macht. Das habe ich lange Jahre als nicht wichtig gesehen. Aber da jetzt eine Zeit der Weiblichkeit begonnen hat und wir Frauen uns stark und mutig zusammenfinden, um der Welt noch eine Wendung zu geben aus der Dunkelheit heraus, ist eine Zuwendung zum ureigensten Rhythmus eine Wohltat für uns und die Welt.

Bist Du dabei?

Wunderbare Zauberfrau, ich wünsche Dir eine sanfte,erholsame Nacht. Sei gut zu Dir, sei sanft zu Dir. Du bist es wert.

In Liebe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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