Gluten

Kürzlich stellte ich mir die Frage, ob Gluten tatsächlich so schädlich ist, wie es momentan überall zu hören und zu lesen ist.

Ich kam dazu, weil ich bei jeder Mahlzeit, bei wir Brot und andere Teigwaren gegessen haben, einen tierischen Zwang verspürte, der mir ganz gehörig die Lust und Freude am Essen nahm. Es ist ungesund, Du verträgst das nicht, ungesund, ungesund, ungesund, raunte es da in mir.

Allerdings gab es auch verschiedene körperliche Anzeichen, dass Brot & Co. von meinem Darm eben nicht so sehr geliebt wurden. Sie reichten von Unwohlsein und Sodbrennen, über Blähungen bis zu Durchfall.

Ich musste also noch einmal nachforschen: ist Gluten wirklich ungesund?

Gluten besteht aus einem Gemisch von Proteinen, die vor allem beim Brot backen eine wichtige Bedeutung haben. Der Kleber sorgt dafür, dass der Teig das entstehende Kohlendioxid hält, damit der Teig aufgehen kann. Außerdem ist der Kleber dafür verantwortlich, dass das fertige Brot seine Form behält, denn er stellt in trockener Form das sogenannte Klebergerüst dar.

Solche Eiweiße sind enthalten in den meisten Getreidesorten, allen voran Weizen, Dinkel und Roggen.

Getreide setzte sich hier in Mitteleuropa erst vor kurzem durch. Es kam aus dem Mittleren Osten und war das erste kultivierte Nahrungsmittel. Die heutigen Getreide sind Züchtungen und haben mit dem Urkorn nicht mehr viel gemeinsam.

Oft wird auch gesagt, man solle regional essen, und ich frage mich, was kann ich in unseren Breitengraden regional essen? Eingelagerte Kartoffeln, Äpfel und Kohl? Das sind wohl regionale Winterprodukte aus unser gemäßigten Zone, aber wer will schon ständig nur Kohl essen? Frisches Obst und Gemüse sind doch eher in den warmen Regionen dieser Erde zu finden, und nicht immer gab es Flugzeuge, Schiffe, etc., um diese Güter zu uns zu bringen. Machten dann nicht auch Produkte aus Getreide Sinn? Sie machen satt, und vor unserer Überflussgesellschaft von heute war das doch ein wichtiger Gesichtspunkt.

Wieder eine Mode?

Was also passiert da gerade, dass uns Brot und anderes so schlechtgemacht wird und eine Gluten-freie Ernährung angepriesen wird? Wieder eine Mode?

Wenn ich vor diesem Hintergrund aber durch die Stadt gehe, bin ich doch erstaunt bis entsetzt. Abgesehen von unserer deutschen Currywurst mit Pommes bedeutet schnelles Essen doch eigentlich IMMER einen Anteil an Weizenprodukten. Ob Burger, Döner, Pizza, Nudeln oder Falafal, überall ist Weizen dabei. Man kann dem gar nicht aus dem Weg gehen, so scheint es. Auch im Restaurant bekommen wir Brot gereicht, als Vorsnack oder als Beilage. Sind wir denn so blind, dass einerseits der Gluten niedergemacht wird, andererseits uns aber ständig angeboten wird?

Ernährungstechnisch gibt uns der raffinierte weiße Weizen nur das: schnelle Energie dank der Kohlenhydrate und kurz danach wieder: Hunger. Weizen wird auch in ein Zucker gespalten und treibt den Blutzuckerspiegel hoch. Ansonsten gibt er: nichts, nada, nijiente. Tote Nahrung wie nur irgendwas. Hüftgold und wunden Darm inklusive.

Und hier kommen wir der Antwort auch ein wenig näher: das Gluten-Übel versteckt sich für mich in der Art des Getreides und dessen Verarbeitung. In unserer schnellen Welt muss es auch mit dem Essen schnell gehen. Man schält den Weizen, lässt ihn schnell verarbeiten und den Teig aufgehen, formt maschinell die Produkte.

Hinzukommt auch, dass die Weizen-liefernden LKWs sehr oft zwischen der einen und anderen Ladung nicht gesäubert werden – aus ZEITdruck und Sparzwängen – und wir Menschen dann noch schön Schimmelpilze essen, die wir so nicht bestellt haben.

Und die Vergangenheit?

Demgegenüber steht die Vergangenheit, in der in den Familien, Clans und zusammenlebenden Gruppen ein Großteil der Zeit für Anbau der Nahrungsmittel, der Ernte sowie die Verarbeitung verwandt wurden. Getreide wurde lange eingeweicht und hatte dann Zeit, aufzugehen. Dann wurde es geknetet. Und wahrscheinlich wieder gewartet. Und dann gebacken. Alles von Hand.

Meine Großmutter erzählte mir – sie ist aus Dresden – wie ihre Mutter einen Tag oder mehr damit verbrachte, Stollen herzustellen und dann beim Bäcker im Ofen backen zu lassen.

Mir entsteht hier der Eindruck, dass selbstgemachte Brote eben nicht so viele gesundheitliche Probleme hervorrufen wie unsere heute hoch-industriellen. Und Bio-Brote – mit Vollkornmehl – wahrscheinlich auch nicht.

Was bedeutet das jetzt für mich und meine Familie?

Ich habe oft und viel versucht, Gluten-freier zu essen. Ich koche Reis und Reisnudeln, verwende andere Mehle aus Teff, Reis oder Buchweizen.

Aber ich bin hier groß geworden und liebe z.B. ein ordentliches Käsebrot, Pizza und Nudeln.

Ich habe festgestellt, dass, wenn ich einmal in der Woche Pizza esse, ansonsten ab und an Vollkornbrot und meine sonstige Ernährung auf Nüssen, Gemüse und Obst ausrichte, es meiner Mitte ganz gut geht. Wenn ich mehrmals die Woche hoch-verarbeitetes Mehl zu mir nehme, lande ich umgehend beim Durchfall. Ich kann das also anpassen, denn wie man bereits von anderen Dingen weiß, macht die Menge das Gift. Anzuraten ist also der maßvolle Umgang damit.

Menschen sind natürlich unterschiedlich, das sei dazu gesagt, was für mich gilt, muss nicht für andere gelten.

Für mich war der Stress und dieser ewige innere Kritiker um dieses Thema jedenfalls irgendwann zu viel. Ich wollte wieder Spaß am Essen haben. Und insgesamt ist auch das Thema mal wieder ein Bereich, dem wir Achtsamkeit entgegenbringen sollten – so bequem die schnelle Küche auch ist. Insbesondere, da das Thema Ernährung immer weiter zu einem Kontrollwerkzeug wird in den Händen von gierigen Machthabern und Managern. Sich von wirklichem Bio-Essen zu ernähren oder direkt beim Bauern einzukaufen, sind meiner Meinung nach gute Werkzeuge, als Individuum bei der stillen Revolution mitzumachen. Ich für meinen Teil überlege, ob ein Hochbeet nicht auch ein Versuch sein könnte.

Ich werde weiter beobachten und forschen, und Euch meine Neuigkeiten mitteilen.

Und zum Abschluss noch etwas: sich selber gegenüber wohlwollend sein und voller Selbstmitgefühl ist dabei immer ratsam. So manch Ausrutscher sind nicht die Welt.

Wenn Ihr mehr erfahren wollt, über mich und meinen Versuch, ein ausgewogenes Leben zu führen, dann meldet Euch hierzu gern bei mir.

In Liebe

Das ist Kristina von DeineMagie

 

 

 

 

 

 

 

P.S.: Passend zum Thema habe ich noch eine richtig gute Buchempfehlung zu machen. In dem Buch Weizenwampe: Warum Weizen dick und krank macht wird alles ausführlich erklärt und auch Alternativen besprochen. Wer es noch ausführlicher mag, kann sich auch das Kochbuch dazu anschauen: Weizenwampe – Das 30-Minuten-Kochbuch: 200 glutenfreie Rezepte – Vom Autor des SPIEGEL-Bestsellers “Weizenwampe” Ebenfalls sehr empfehlenswert, da wir, wenn wir neue Wege beschreiten wollen, es gut ist, die Infos auch schwarz auf weiß zum Nachschauen vor sich zu haben.

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